Calcium

Calcium ist der mengenmäßig häufigste Mineralstoff im Körper; rund 99 % liegen als Hydroxylapatit in Knochen und Zähnen gebunden vor. Die DGE nennt für Erwachsene einen Referenzwert von 1.000 mg täglich, der in Deutschland vor allem bei Frauen ab 50 und bei geringem Milchproduktverzehr häufig nicht erreicht wird. In Nahrungsergänzungsmitteln kommen vor allem Calciumcarbonat (hoher Calciumanteil, benötigt Magensäure) und Calciumcitrat (säureunabhängig resorbierbar) zum Einsatz.

KategorieMineral

Wirkmechanismus

Das extrazelluläre Calcium wird über Parathormon, Calcitriol (aktives Vitamin D) und Calcitonin in engen Grenzen gehalten; die intestinale Aufnahme erfolgt aktiv über den TRPV6-Kanal und Calbindin-D9k sowie passiv parazellulär. Intrazellulär wirkt Ca²⁺ als Second Messenger: Es bindet an Calmodulin und Troponin C und steuert so Muskelkontraktion, Neurotransmitter-Freisetzung an der Synapse und die Aktivierung von Gerinnungsfaktoren. Im Knochen bestimmt die Calcium-Bilanz das Gleichgewicht zwischen osteoblastischem Aufbau und osteoklastischer Resorption.

Dosierung in der Studienlage

Dosis in Studien500 – 1.200 mg täglich (meist kombiniert mit 400 – 800 IU Vitamin D)
Obergrenze2.500 mg/Tag (EFSA-Obergrenze für Erwachsene)
EinnahmezeitZu den Mahlzeiten
Einnehmen mitMahlzeit (Carbonat benötigt Magensäure); Einzeldosen bis 500 mg werden besser resorbiert

Die Angaben beschreiben die in den ausgewerteten Studien verwendeten Dosierungen. Sie sind keine Einnahmeempfehlung.

Zugelassene EU-Health-Claims

  • Calcium trägt zu einer normalen Blutgerinnung bei (VO 432/2012)
  • Calcium trägt zu einem normalen Energiestoffwechsel bei (VO 432/2012)
  • Calcium trägt zu einer normalen Muskelfunktion bei (VO 432/2012)
  • Calcium trägt zu einer normalen Signalübertragung zwischen den Nervenzellen bei (VO 432/2012)
  • Calcium trägt zur normalen Funktion von Verdauungsenzymen bei (VO 432/2012)
  • Calcium hat eine Funktion bei der Zellteilung und -spezialisierung (VO 432/2012)
  • Calcium wird für die Erhaltung normaler Knochen benötigt (VO 432/2012)
  • Calcium wird für die Erhaltung normaler Zähne benötigt (VO 432/2012)

Wechselwirkungen

MitStärkeBeschreibung
EisenmittelCalcium hemmt die Eisenaufnahme bei gleichzeitiger Einnahme — in Studien wurde ein Abstand von mindestens 2 Stunden eingehalten
ZinkleichtHohe Calciumdosen können die Zinkabsorption geringfügig vermindern; getrennte Einnahme üblich
Levothyroxin (Schilddrüsenhormone)mittelCalciumcarbonat bindet L-Thyroxin im Darm und senkt dessen Bioverfügbarkeit — in Studien wurde ein Abstand von 4 Stunden verwendet

Sicherheit

Gegenanzeigen

  • Hyperkalzämie
  • Calciumhaltige Nierensteine (Nephrolithiasis)
  • Primärer Hyperparathyreoidismus
  • Schwere Niereninsuffizienz (Vorsicht)

Mögliche Nebenwirkungen

  • Blähungen, Verstopfung (v. a. Carbonat)
  • Bei hoher Zufuhr über Supplemente: erhöhtes Risiko für Nierensteine; kardiovaskuläre Effekte werden in Meta-Analysen kontrovers diskutiert

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Medizinischer Hinweis: Diese Inhalte dienen der Information und ersetzen keinen Arztbesuch. Konsultiere vor der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln immer einen medizinischen Fachexperten.