Cholin ist ein essenzieller, vitaminähnlicher Nährstoff und Baustein von Phosphatidylcholin (Zellmembranen), Acetylcholin (Neurotransmitter) und Betain (Methylgruppenspender). Die EFSA hat 2016 einen Adequate Intake von 400 mg pro Tag für Erwachsene festgelegt; Erhebungen in Europa zeigen unterschiedliche Aufnahmemengen. Als Supplement sind Cholinbitartrat, Alpha-GPC (Glycerophosphocholin) und Citicolin (CDP-Cholin) verbreitet.
Wirkmechanismus
Cholin wird über den Kennedy-Weg (Cholinkinase, CTP:Phosphocholin-Cytidylyltransferase) zu Phosphatidylcholin verestert, das die Leber für den VLDL-Export von Triglyceriden benötigt. Über die Cholin-Dehydrogenase entsteht Betain, das mittels Betain-Homocystein-Methyltransferase (BHMT) Homocystein zu Methionin remethyliert. Im Nervensystem synthetisiert die Cholin-Acetyltransferase aus Cholin und Acetyl-CoA den Neurotransmitter Acetylcholin.
Dosierung in der Studienlage
Die Angaben beschreiben die in den ausgewerteten Studien verwendeten Dosierungen. Sie sind keine Einnahmeempfehlung.
Zugelassene EU-Health-Claims
- Cholin trägt zu einem normalen Homocystein-Stoffwechsel bei (VO 432/2012)
- Cholin trägt zu einem normalen Fettstoffwechsel bei (VO 432/2012)
- Cholin trägt zur Erhaltung einer normalen Leberfunktion bei (VO 432/2012)
Wechselwirkungen
| Mit | Stärke | Beschreibung |
|---|---|---|
| Anticholinergika (z. B. Scopolamin, trizyklische Antidepressiva) | mittel | Gegenläufige Wirkung — Cholin erhöht die Acetylcholin-Verfügbarkeit und kann die anticholinerge Wirkung abschwächen |
| Acetylcholinesterase-Hemmer (z. B. Donepezil) | mittel | Additive cholinerge Effekte möglich (Übelkeit, Bradykardie) |
| Folsäure / Vitamin B12 | leicht | Synergistisch im Methylierungszyklus — Betain aus Cholin ergänzt den folat-/B12-abhängigen Homocystein-Abbau |
Sicherheit
Gegenanzeigen
- Trimethylaminurie (Fischgeruch-Syndrom)
- Depression oder bipolare Störung (Vorsicht — cholinerge Effekte können Symptome verstärken)
- Schwangerschaft und Stillzeit bei hochdosierten Präparaten nur nach ärztlicher Rücksprache
Mögliche Nebenwirkungen
- Bei hohen Dosen (>3,5 g/Tag): fischartiger Körpergeruch (Trimethylamin), Schwitzen, Blutdruckabfall, Magen-Darm-Beschwerden
- Kopfschmerzen, Schlafstörungen (in Studien mit Alpha-GPC/Citicolin vereinzelt berichtet)
Studien
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Medizinischer Hinweis: Diese Inhalte dienen der Information und ersetzen keinen Arztbesuch. Konsultiere vor der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln immer einen medizinischen Fachexperten.