Mangan ist ein essenzielles Spurenelement, das vor allem über Vollkorn, Nüsse, Hülsenfrüchte und Tee aufgenommen wird; die DGE nennt einen Schätzwert von 2 – 5 mg täglich, der mit einer üblichen Mischkost in der Regel erreicht wird. Ein ernährungsbedingter Mangel ist beim Menschen praktisch nicht beschrieben, weshalb Supplemente meist nur in Mineralstoff-Kombinationen vorkommen. EFSA konnte in der Neubewertung 2023 mangels ausreichender Daten keinen UL ableiten, sondern legte einen „safe level of intake“ von 8 mg/Tag für Erwachsene fest.
Wirkmechanismus
Mangan wird über den divalenten Metalltransporter DMT1 (gemeinsam mit Eisen) aufgenommen und überwiegend biliär ausgeschieden, weshalb die Leberfunktion die Manganbilanz bestimmt. Es ist Cofaktor der mitochondrialen Mangan-Superoxiddismutase (MnSOD), die Superoxidradikale in der Atmungskette entgiftet, sowie von Arginase (Harnstoffzyklus), Pyruvatcarboxylase (Gluconeogenese) und Glycosyltransferasen, die Proteoglykane für Knorpel- und Knochenmatrix aufbauen. Bei Überladung reichert sich Mangan in den Basalganglien an und stört die dopaminerge Signalübertragung.
Dosierung in der Studienlage
Die Angaben beschreiben die in den ausgewerteten Studien verwendeten Dosierungen. Sie sind keine Einnahmeempfehlung.
Zugelassene EU-Health-Claims
- Mangan trägt zu einem normalen Energiestoffwechsel bei (VO 432/2012)
- Mangan trägt zur Erhaltung normaler Knochen bei (VO 432/2012)
- Mangan trägt zu einer normalen Bindegewebsbildung bei (VO 432/2012)
- Mangan trägt dazu bei, die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen (VO 432/2012)
Wechselwirkungen
| Mit | Stärke | Beschreibung |
|---|---|---|
| Eisen | mittel | Eisen und Mangan konkurrieren um DMT1 — Eisenmangel steigert die Manganaufnahme, hohe Eisendosen senken sie |
| Calcium / Phosphat | leicht | Calcium- und phosphatreiche Mahlzeiten oder Supplemente vermindern die ohnehin geringe Manganabsorption (1 – 5 %) |
| Tetracycline, Chinolone | leicht | Mangan bildet mit diesen Antibiotika Chelatkomplexe und reduziert deren Aufnahme — in der Praxis mehrstündiger Abstand |
Sicherheit
Gegenanzeigen
- Cholestatische Lebererkrankungen und Leberzirrhose (verminderte biliäre Ausscheidung)
- Eisenmangel (erhöhte Manganabsorption über DMT1)
- Morbus Parkinson und andere Basalganglien-Erkrankungen (Vorsicht)
- Langzeit-parenterale Ernährung mit Manganzusatz
Mögliche Nebenwirkungen
- Bei chronisch hoher Zufuhr (v. a. inhalativ oder bei Leberfunktionsstörung): Manganismus mit parkinsonähnlichen Symptomen
- Gastrointestinale Beschwerden bei hohen oralen Dosen (selten)
Studien
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Medizinischer Hinweis: Diese Inhalte dienen der Information und ersetzen keinen Arztbesuch. Konsultiere vor der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln immer einen medizinischen Fachexperten.