Vitamin B6

Vitamin B6 ist ein wasserlösliches Vitamin, das als Pyridoxin, Pyridoxal und Pyridoxamin vorkommt und im Körper zur aktiven Coenzymform Pyridoxal-5-Phosphat (PLP) umgewandelt wird. Die DGE empfiehlt Erwachsenen 1,4 – 1,6 mg täglich; die EFSA hat 2023 die tolerierbare Obergrenze deutlich auf 12 mg/Tag gesenkt, weil hohe Dauerdosen mit peripheren Neuropathien in Verbindung gebracht werden.

KategorieVitamin

Wirkmechanismus

PLP ist Coenzym von über 100 Enzymen, vor allem Transaminasen und Decarboxylasen des Aminosäurestoffwechsels. Es wird für die Synthese der Neurotransmitter Serotonin, Dopamin und GABA (z. B. über die Aromatische-L-Aminosäure-Decarboxylase), für die Umwandlung von Homocystein zu Cystein über die Cystathionin-β-Synthase sowie für den ersten Schritt der Hämsynthese (ALA-Synthase) und den Glycogenabbau (Glycogen-Phosphorylase) benötigt.

Dosierung in der Studienlage

Dosis in Studienbis 12 mg täglich (Pyridoxin-HCl)
Obergrenze12 mg/Tag (EFSA-Obergrenze für Erwachsene, Neubewertung 2023; zuvor 25 mg/Tag)
EinnahmezeitMorgens
Einnehmen mitZu einer Mahlzeit; als P-5-P-Form ohne Aktivierung in der Leber verwertbar

Die Angaben beschreiben die in den ausgewerteten Studien verwendeten Dosierungen. Sie sind keine Einnahmeempfehlung.

Zugelassene EU-Health-Claims

  • Vitamin B6 trägt zu einer normalen Cystein-Synthese bei (VO 432/2012)
  • Vitamin B6 trägt zu einem normalen Energiestoffwechsel bei (VO 432/2012)
  • Vitamin B6 trägt zu einer normalen Funktion des Nervensystems bei (VO 432/2012)
  • Vitamin B6 trägt zu einem normalen Homocystein-Stoffwechsel bei (VO 432/2012)
  • Vitamin B6 trägt zu einem normalen Eiweiß- und Glycogenstoffwechsel bei (VO 432/2012)
  • Vitamin B6 trägt zur normalen psychischen Funktion bei (VO 432/2012)
  • Vitamin B6 trägt zur normalen Bildung roter Blutkörperchen bei (VO 432/2012)
  • Vitamin B6 trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei (VO 432/2012)
  • Vitamin B6 trägt zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei (VO 432/2012)
  • Vitamin B6 trägt zur Regulierung der Hormontätigkeit bei (VO 432/2012)

Wechselwirkungen

MitStärkeBeschreibung
LevodopamittelPyridoxin beschleunigt die periphere Decarboxylierung von Levodopa und kann dessen Wirkung abschwächen (nicht bei Kombination mit Carbidopa/Benserazid)
MagnesiumleichtIn Studien wurde B6 häufig mit Magnesium kombiniert
Folsäure / Vitamin B12leichtGemeinsame Rolle im Homocystein-Stoffwechsel; in Interventionsstudien meist als B-Vitamin-Kombination eingesetzt

Sicherheit

Gegenanzeigen

  • Bestehende periphere Neuropathie
  • Levodopa-Therapie ohne Decarboxylase-Hemmer (Wirkabschwächung)
  • Langfristige Hochdosis-Einnahme (>12 mg/Tag) ohne ärztliche Kontrolle

Mögliche Nebenwirkungen

  • Bei Dauereinnahme hoher Dosen (in Fallberichten meist >50 – 100 mg/Tag über Monate): sensorische Neuropathie, Taubheitsgefühle, Gangunsicherheit
  • Selten Übelkeit, Lichtempfindlichkeit der Haut

Medizinischer Hinweis: Diese Inhalte dienen der Information und ersetzen keinen Arztbesuch. Konsultiere vor der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln immer einen medizinischen Fachexperten.